Fokus Medizin
26.04.2019

iStock/a_namenko

Von: rft

Fett dezimiert Mikroben

Bei zu viel Fett in der Nahrung nimmt der Anteil gesundheitsfördernder Mikroorganismen im Darm ab. Gleichzeitig gehen die Entzündungsmarker hoch.

Die Umstellung von einer traditionellen fettarmen Kost zu einer relativ fettreichen, aber eher kohlenhydratarmen Ernährung lässt in vielen Ländern die Raten für Adipositas und andere kardiometabolische Erkrankungen kräftig steigen. Chinesische Wissenschaftler wollten nun wissen, wie sich die zunehmend fettreiche Ernährung junger Menschen in ihrem Land auf deren Darmflora auswirkt.

Sie starteten eine randomisierte, kontrollierte Studie mit 217 gesunden jungen Männern und Frauen. Getestet wurden drei Diätformen: fettarm, mittelfett und fettreich. Wichtige Erkenntnisse förderte die Analyse der Stuhlproben zutage, die zu Beginn und am Ende der sechsmonatigen Studien erfolgte.

Unter dem Einfluss der fettarmen Kost wuchsen vermehrt nützliche Keime, die Butyrat produzieren, das antientzündlich wirkt und als wichtige Energiequelle für Darmzellen dient. Auch zwischen Blutfetten und dem intestinalen Mikrobiom scheint es Zusammenhänge zu geben.

 

Mehr Bacteroides, weniger Blautia

 

So fühlen sich Blautia-Spezies, die mit niedrigen Cholesterinspiegeln assoziiert sind, unter fettarmer Diät besonders wohl. Bacteroides-Arten finden sich dagegen eher bei hohen Cholesterinwerten und fettreicher Ernährung. Schliesslich führte die besonders fetthaltige Kost zum vermehrten Auftreten proinflammatorischer Faktoren wie C-reaktives Protein und Thromboxan B2.

Aufgrund der negativen Effekte raten die Autoren ihren Landsleuten von einem Wechsel zur fettreichen Ernährung ab. Sie vermuten, dass die von ihnen beobachteten Effekte auch für Industrieländer gelten, in denen bereits viel Fett verzehrt wird.

 

 

Wan Y et al. Gut 2019; online first


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